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Städte erkunden

Smart Buildings – die Basis für Smart Cities


Wir verbringen 90% unserer Zeit in Gebäuden. Gebäude bilden einen wichtigen Teil der urbanen Umgebung und sind damit wesentlicher Baustein unserer Städte. Werfen wir einen Blick auf ihre Entwicklung und gehen der Frage nach, wie Smart Buildings dazu beitragen, Städte intelligenter und nachhaltiger zu machen…

Gebäude als Plattform: auf dem Weg zu intelligenten Gebäuden

Gebäude werden traditionell als physische Strukturen mit Vor-Ort-Lösungen angesehen, die auf den Gebäudebetrieb ausgerichtet sind. Technologische Fortschritte und das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) haben dazu geführt, dass sich Gebäude zu Schnittstellen zwischen den Gebäudenutzern und dem Umfeld im weiteren Sinne gewandelt haben. Aus betrieblicher Sicht sind Gebäude auf dem besten Weg, sich eigenständig anzupassen oder autonom zu werden, wobei die Mechanismen für präskriptive Wartung durch maschinelles Lernen ermöglicht werden.

Im Mittelpunkt der aktuellen Entwicklung steht der digitale Zwilling des Gebäudes, der Daten aus verschiedenen Quellen einbezieht, um eine effiziente und moderne Wertschöpfung über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes zu ermöglichen. Die Entwicklung, die wir bei Telefonen und deren Wandel zu Smartphones erlebt haben, wiederholt sich nun bei Gebäuden. Gebäude werden zu Plattformen, die neue Möglichkeiten der Wertschöpfung schaffen, wenn sich die Art und Weise verändert, wie wir Gebäude nutzen, erleben und betreiben.

Auf dem Weg zu Smart Buildings

Das Gebäude als Erfahrung: überdenken wir die Rolle von Gebäuden

Jedes Gebäude wird für einen Zweck gebaut, der durch die Vorgänge im Gebäude bestimmt wird. Ein Krankenhaus wird für die effiziente Heilung von Patienten gebaut, ein Büro soll gute Geschäftsergebnisse fördern, eine Schule soll der neuen Generation das Lernen ermöglichen und so weiter. Jedes Gebäude muss mit den richtigen Technologien für den jeweiligen Zweck ausgestattet werden. Künftig müssen Gebäude auch aktiv zu diesem Zweck beitragen, beispielsweise sind durch das IoT Arbeitsplatzlösungen entstanden, die Agilität am Arbeitsplatz ermöglichen, Reibungspunkte und Unzufriedenheit verringern und personalisierte Erfahrungen in der Arbeitswelt schaffen. Durch das IoT kann das Personal in einem Krankenhaus medizinische Ausrüstung schneller lokalisieren und hat dadurch deutlich mehr Zeit für die Versorgung der Patienten. Diese digitalen Lösungen optimieren das Nutzererlebnis, erfordern aber eine intelligente Gebäudeinfrastruktur, die ein hohes Maß an Flexibilität, Personalisierung der Umgebung und integrierte Betriebsabläufe ermöglicht.

Das Gebäude als Erfahrungswelt

Effizienz in neuer Dimension: Gebäude leisten einen Beitrag zur Netzstabilität

Da die Dekarbonisierung des Energiemarkts mit der Integration erneuerbarer Energien rasch voranschreitet, müssen die Netze resilienter werden. Intelligente Gebäude unterstützen diesen Übergang, indem sie Energie-Prosumer werden: Sie können Strom je nach Netzerfordernissen flexibel verbrauchen und erzeugen. Durch den Einsatz digitaler Technologien können diese Strommengen mitunter auch auf dem Energiemarkt verkauft werden und dadurch nicht nur neue Einkommensquellen für Gebäudeeigentümer schaffen, sondern auch den Bedarf an Reservekraftwerken mit traditionell kohlenstofflastigen Energieträgern für das Netz reduzieren. Mit solchen verbundfähigen Microgrid-Lösungen tragen Gebäude auch über die physischen Gebäudestrukturen hinaus zur Nachhaltigkeit einer Smart City bei.

Intelligente Gebäude und Grid Edge

Die Entwicklung von Smart Cities steht noch am Anfang, doch wenn wir uns darauf konzentrieren, ein besseres Nutzererlebnis in Gebäuden zu schaffen, die Effizienz innerhalb und außerhalb der Gebäude zu steigern und integrierte, sichere Plattformen zu etablieren, können Städte schon heute einen konkreten Nutzen liefern und die urbane Umgebung wertschöpfend und zukunftssicher gestalten.

Von Elisa Rönkä

Elisa Rönkä leitet bei Siemens Smart Infrastructure in Europa die Markteinführung von Arbeitsplatzlösungen, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Sie war bereits in den Bereichen Finanzen, Design Thinking und Entwicklung tätig und unterstützt den Wandel der Bauwirtschaft in Richtung Digitalisierung und Erfahrungsorientierung.

@Elisa Rönkä

Themen

Intelligente Infrastruktur

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